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LRS & Legasthenie
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"Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole, wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens." (Dr. A. Kopp-Duller)

Eine LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) wird durch verschiedene psychische und physische Ereignisse (häufiger Lehrer- oder Schulwechsel; krankheitsbedingtes Fehlen in der Schule; Scheidung der Eltern; Todesfall in der Familie u.ä.) im Leben eines Kindes hervorgerufen. Sie ist eine erworbene, meist vorübergehende Problematik. Sie kann auch intelligenzabhängig sein oder entwicklungsbedingte, klinisch psychiatrische oder physiologische/ neurologische Ursachen haben. Bei LRS-Kindern reicht meist ein Training an den Fehlern (Symptomtraining), um eine Verbesserung zu erreichen. Natürlich müssen die Ursachen, die zur LRS geführt haben, aufgearbeitet und möglichst beseitigt sein.

Im Gegensatz dazu ist die Legasthenie (spezielle LRS) meist anlagebedingt und ein Leben lang vorhanden. Sie äußert sich durch zeitweise Unaufmerksamkeit beim Lesen, Schreiben und/oder Rechnen und durch Fehler, die durch eine differenzierte Wahrnehmung entstehen.

Folgende Symptome können auf eine Legasthenie deuten. Beim Schreiben:

  • Vertauschung der Reihenfolge, Auslassung oder Hinzufügung von Buchstaben
  • Verwechseln ähnlicher Buchstaben (b/d; p/q; m/w; u/n; a/o)
  • Verwechseln von harten und weichen Konsonanten (b/p; d/t; g/k)
  • Dehnung und Schärfung werden nicht erkannt
  • Auslassen von i-Punkten, ä-Strichen usw.
  • gleiche Wörter werden unterschiedlich falsch geschrieben
  • schlecht leserliches Schriftbild
  • uneinheitliche Größe der Buchstaben
  • Schreiben über oder unter der Zeile
  • Platz reicht am Zeilenende oft nicht aus
  • verkrampfte Schreibhaltung

Beim Lesen:

  • Schwierigkeiten beim Erlernen der Buchstaben
  • Schwierigkeiten beim Zusammenlauten
  • stockendes, langsames Lesetempo
  • Verlieren der Zeile
  • Erfinden von Wörtern
  • Auslassen, Hinzufügen und Verwechseln von Buchstaben
  • stark beeinträchtigtes Sinnverständnis

Legasthenie im Erwachsenenalter

Leider stimmt die Annahme, "eine Legasthenie wächst sich aus", d.h. sie verschwindet mit der Pubertät, nicht. Ein legasthener Mensch bleibt sein Leben lang legasthen. Meistens arrangiert er sich mit seiner Situation und im Zeitalter des Computers gibt es genügend Möglichkeiten, seine Probleme zu "verstecken". Auch das mangelnde gesellschaftliche Verständnis für Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, trägt nicht dazu bei, dass man über das Problem spricht. Aber auch für Erwachsene kann man ein wirkungsvolles Legasthenietraining durchführen. Es hat sich gezeigt, dass ein Sinneswahrnehmungstraining bei Erwachsenen kaum Wirkung zeigt. Das Training ist deshalb auf die Aufmerksamkeit und auf ein spezielles Fehlertraining ausgerichtet.

Literaturhinweis: Dr. A.Kopp-Duller: Der legasthene Mensch                                                        

                        A.Kopp-Duller: Legasthenie und LRS, Der praktische Ratgeber für Eltern

                        A. Kopp-Duller, L.R. Duller: Legasthenie im Erwachsenenalter

 
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